24.10. - 15.11.2026
Ausstellung, Factory

DALPRA

Aus der Sammlung Werner Trenker

Kuratiert von Günther Oberhollenzer

Was zuerst auffällt, ist die Farbe. Dann die Form. Erst danach stellt sich vielleicht die Frage, was man eigentlich sieht. Bei Mario Dalpra können sich auf der Leinwand wie im Objekt Figuren, Gesichter oder organische Gebilde ankündigen – und sich doch einer eindeutigen Festlegung entziehen. Vertrautes und Fremdes, Gegenständliches und Abstraktes gehen ineinander über.

Dalpra ist in der österreichischen und internationalen Kunstszene vor allem als Bildhauer bekannt. Seine farbig gefassten und häufig hochpolierten Bronzen besitzen eine unverwechselbare Präsenz. Weniger sichtbar war bislang seine Malerei. Die Ausstellung setzt hier bewusst einen Schwerpunkt und zeigt eine große Auswahl von Gemälden der vergangenen Jahre. Sie machen deutlich, dass Dalpra nicht einfach ein Bildhauer ist, der auch malt. Vielmehr arbeitet er in beiden Medien an der gleichen künstlerischen Frage: Wie können aus Farbe, Form, Bewegung und Oberfläche eigenständige Bild- und Körperwelten entstehen?

In seinen Gemälden begegnen uns neben Figuren und Gesichtern organische Formen, Linien und Farbflächen, die ein Eigenleben entwickeln. Das Auge sucht nach Bekanntem, findet es für einen Moment und verliert es wieder. Farbe bleibt nicht reine Oberfläche, sondern wird zu einem bildnerischen Material, das Formen hervorbringt, Räume öffnet und Wahrnehmung in Bewegung versetzt.

Was in der Malerei als Linie, Fläche und Farbe beginnt, gewinnt in den Skulpturen Volumen und Gewicht. Die hochglänzenden farbigen Oberflächen reflektieren Licht und Umgebung und verändern ihre Wirkung mit dem Standort der Betrachtenden. Malerei und Skulptur erscheinen so weniger als getrennte Werkbereiche denn als zwei unterschiedliche Wege einer Suche nach Form.

Gerade in einer von digitalen Bildern geprägten Gegenwart besitzen diese analogen Medien eine besondere sinnliche Qualität. Leinwand und Bronze haben Oberfläche, Gewicht, Widerstand und räumliche Präsenz. Sie verlangen Zeit und körperliche Nähe. Dalpras Arbeiten wollen nicht zuerst erklärt werden. Sie wollen gesehen werden – und belohnen einen zweiten Blick.

Die Ausstellung vereint Werke aus der Sammlung Werner Trenker. Deren Engagement steht beispielhaft für die Bedeutung privater Sammler*innen: für die Unterstützung von Künstler*innen, ihre langfristige Begleitung und nicht zuletzt das Sichtbarmachen von Arbeiten, die im öffentlichen Kunstgeschehen bislang weniger Aufmerksamkeit erhalten haben.


SAMMLUNG WERNER TRENKER 
Die Sammlung Werner Trenker ist eine österreichische Privatsammlung. Die in der Sammlung befindlichen Arbeiten namhafter zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler werden regelmäßig in österreichischen und internationalen Museen gezeigt.

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